19. Februar 2021

Nachhaltigkeitsziele sind kein „Verzicht auf Spaß“

Professor Eike von Lindern (43) hat ein Studienprojekt der Hochschule Darmstadt (Fachbereich Wirtschaftspsychologie) geleitet und in der KLIMA ARENA eine Evaluation gemeinsam mit Studierenden durchgeführt. Anhand von Besucherbefragungen und Fragebögen an Lehrkräfte lieferte dies der Klimastiftung für Bürger wichtige Ergebnisse zu Wirkung und Wirksamkeit ihrer Arbeit und ihres diversen Angebots zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Wir sprachen ausführlich mit Eike von Lindern. Auszüge dieses Interviews sind auch im Jahresbericht 2019/20 der Klimastiftung nachzulesen.

 

Eike von Lindern Herr von Lindern, Sie sind promovierter Umweltpsychologe und Co-Geschäftsführer des unabhängigen Forschungs- und Kommunikationsbüros „Dialog N“ in Zürich. Wann und wie hat die Psychologie die Umwelt entdeckt?

Tatsächlich ist die Umwelt von Anfang an dabei: bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Forschung dazu, wie Klima, Wetter und Geografie das menschliche Befinden beeinflussen können. Es wurde von der „Geopsyche“ gesprochen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts stellte Kurt Lewin, ein Begründer der Umweltpsychologie, den Leitsatz auf, dass Verhalten immer eine Funktion aus Person- und Umweltfaktoren ist. Als Menschen befinden wir uns immer in einer Umwelt, wir sind nicht unabhängig von der Welt. Das, was wir machen, wirkt sich auf unsere soziale und physikalische Umwelt aus – und damit fallen all unsere Handlungen letztendlich auf uns zurück. Dieses Prinzip beschreibt auch von Uexküll in den sogenannten Funktionskreismodellen, die als erste kybernetische Modelle in der Biologie angesehen werden.
In jüngster Zeit erlebt die Umweltpsychologie eine Renaissance, da Themen wie Klimawandel, globale Erwärmung, Umwelt und Gesundheit und Biodiversität immer stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft rücken. Und zu den Themen kann die Umweltpsychologie bereits sehr viel sagen.

 

„Übeltäter“ Gewohnheiten

Wie erklären Sie sich, dass viele Leute zwar vom Klimawandel und seinen Folgen wissen, sich aber offenbar ziemlich schwer tun, selbst ihre Gewohnheiten zu ändern, um etwas dagegen zu unternehmen?

Da sprechen Sie bereits einen „Übeltäter“ direkt an: die Gewohnheiten. Eigentlich sind Gewohnheiten nichts Schlechtes, sie helfen uns ja dabei, dass wir über vieles im Alltag gar nicht nachdenken müssen. All das, was wir aus Gewohnheit machen, läuft ja fast automatisch ab, ist fester Bestandteil unseres Lebens, wie Zähneputzen. Was den Klimawandel angeht, stehen wir vor zwei Herausforderungen: Wie bauen wir neue Gewohnheiten, die eine nachhaltige Entwicklung fördern, auf, und wie werden wir Gewohnheiten los, die nicht im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung stehen? Fruchtbar scheint da zu sein, zuerst herauszufinden, warum Leute eigentlich machen, was sie machen. Also, was ist die Motivation, was soll damit bezweckt werden, welche Bedürfnisse stehen dahinter? Und wenn wir das wissen, können wir genau diese Aspekte adressieren, wenn wir nachhaltiges Verhalten fördern wollen. Dabei muss dann die nachhaltige Alternative die Bedürfnisse der Zielgruppe gleichgut oder besser befriedigen, leicht umzusetzen sein, und mit positiven Emotionen sowie sozialer Anerkennung verbunden werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der Einzelne selten die Auswirkungen des eigenen Umwelt-Verhaltens erlebt: Ob ich jetzt mit dem Auto fahre oder nicht hat keinen direkt erlebbaren Einfluss auf den Klimawandel. Und Maße wie der CO2-Fußabdruck oder wie viele Erden ich verbrauche sind sehr abstrakt und bieten wenig Ankerpunkte in der Realität. Daher brauchen wir ein Rückmeldesystem, das uns die positiven und negativen Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf verständliche Art und Weise zurückspiegelt. Am besten in Kombination mit Tipps, was ich noch besser machen kann. Grundsätzlich ist es gut, eine Annäherungsmotivation an erwünschtes Verhalten zu schaffen, also die positiven Aspekte und Vorteile in den Vordergrund zu stellen, statt eine Vermeidungsmotivation für klimaschädigendes Verhalten zu fördern, da dann das Negative im Vordergrund steht und Leute das Gefühl bekommen, sie müssten verzichten und dürfen nicht mehr das tun, was sie wollen. Das Funktionsprinzip kennen wir auch aus der pädagogischen Psychologie.

 

Verhaltensbarrieren abbauen

Wie müssen Informationen über den Klimawandel und Klimaschutz aussehen, damit diese die Menschen emotional erreichen? Und bestenfalls zum Nachdenken und auf die Handlungsebene bringen?

Informationen sollten am besten personalisiert sein, damit sie ankommen. Sie müssen einen klaren und direkten Bezug zu mir, meinem Leben und dem, was mir wichtig ist, haben. Und sie müssen verständlich sein und sollten am besten dann eingebracht werden, wenn ich mich in einer Situation befinde, wo sie verhaltensrelevant sind. Die besten Informationen nützen nur wenig, wenn sie nicht genau dann verfügbar sind, wenn ich sie für Entscheidungen brauche – oder ich sie nicht auf mich und mein Verhalten beziehen kann.
Dazu kommt, dass Informationen nicht nur Wissen und Fakten vermitteln sollten, sondern am besten auch ganz konkret dabei unterstützen sollten, wie ich denn für mich ganz persönlich etwas anders machen kann. Sie sollten also auch sogenannte Verhaltensbarrieren abbauen, und natürlich glaubwürdig und authentisch sein. Wir wissen auch, dass Informationen am besten aufgenommen werden, wenn sie von jemandem kommuniziert werden, mit dem sich die Zielgruppe stark identifizieren kann und der ein hohes soziales Ansehen in der Zielgruppe genießt.

 

„Keep it simple“

Fallen Ihnen fünf Top-Empfehlungen ein, auf die jeder im Alltag achten könnte, um aktiv zum Klimaschutz beizutragen?

Das ist wirklich sehr vielfältig und sicher von Personengruppe zu Personengruppe unterschiedlich. Das merken wir immer wieder in unterschiedlichen Studien: Die Lösung nach Patentrezept für alle funktioniert selten, dazu sind wir alle zu unterschiedlich. Aber natürlich gibt es ein paar Leitsätze, die mir dabei helfen können, mein Leben nachhaltiger zu gestalten:

– „Keep it simple“. Brauche ich wirklich all die Dinge, die mir die Werbung nahelegt, oder habe ich nicht bereits alles, was dieselben Funktionen erfüllt?
– Auf kurze Wege und regionale Herkunft achten.
– Mir genau überlegen, was ich wann, wie und wo machen will, um nachhaltiger zu leben, und wie ich meine Ziele trotzdem erreichen kann, auch wenn mal etwas dazwischen kommt. Möglichst konkret planen, das hilft bei der Umsetzung.
– Freunden und Familie von meinem Vorhaben erzählen – dann habe ich mich selber zu meinen Zielen verpflichtet.
– sich realistische Ziele setzen, lieber viele kleine Schritte nacheinander machen, statt sich gleich vorzunehmen, das eigene Leben konkret umzukrempeln.
– Den Moment nutzen. Wenn ich sowieso etwas in meinem Leben ändern muss, zum Beispiel durch einen Jobwechsel, Umzug, Kinder, aber auch negative Ereignisse wie COVID-19, dann kann ich auch gleich etwas in Richtung Nachhaltigkeit mit ändern. Studien zeigen, dass alte Gewohnheiten durch sich ändernde Lebensumstände leichter abgebaut und neue Gewohnheiten leichte aufgebaut werden können.

Die Wissenschaft ist sich über den menschengemachten Klimawandel einig. Wenn nicht jetzt, wann dann müssen wir in Deutschland fundamental etwas ändern?

Kommt ganz darauf an, was wir bezwecken wollen. Den menschengemachten Klimawandel aufhalten? Dafür ist der Zug abgefahren. Den menschengemachten Klimawandel verlangsamen? Uns auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten? Ja, damit müssen wir alle loslegen. Fundamentale Veränderungen brauchen leider oft fundamentale Ereignisse. Ich hoffe, dass wir als Gesellschaft und Zivilisation um fundamentale Ereignisse herumkommen und besonnen die Zukunft miteinander gestalten. Dafür zählt das Engagement jeder und jedes Einzelnen. Und aus diesem Grund ist es auch so wichtig, nicht nur Fakten und Wissen, sondern Entscheidungs- und Handlungskompetenz im Sinne der Nachhaltigkeit zu vermitteln.

 

Klimaschutz und Wohlstand sind keine Gegensätze

KLIMA ARENA PflanzenHört die „große“ Politik in ausreichendem Maße auf die Klimaforschung und auch auf die Umweltpsychologie?

Die große Politik muss sehr viele Interessen berücksichtigen und viele Szenarien bedenken und Entscheidungen abwägen. Ich persönlich würde mir eine Abkehr vom Diktat des ständigen Wachstums als Hauptindikator für „Erfolg“ wünschen. Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Wohlstand sind keine Gegensätze; im Gegenteil: die Lebensqualität ist bei einem Fokus auf soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit insgesamt und mittelfristig sicher höher als in einer auf unbegrenztes Wachstum fokussierten Welt mit begrenzten Ressourcen. Ganz persönlich würde ich mir daher wünschen, dass die Befunde aus Klimaforschung und Umweltpsychologie mehr Gewicht in nicht nur der großen Politik, sondern auch in der Wirtschaft und im Alltag erhalten.

Sie haben mit Studierenden der Hochschule Darmstadt eine kleine Besucherbefragung für die KLIMA ARENA durchgeführt. Wie würden Sie die Ergebnisse der ersten Studie einordnen?

Gute Ausgangsbasis mit viel Potenzial. Die Studie hat gezeigt, dass die Besucher und Besucherinnen an den Themen interessiert sind und etwas über Klimaschutz und Nachhaltigkeit lernen. Alle untersuchten Bereiche haben insgesamt positiv abgeschnitten, auch die Freundlichkeit des Personals und die Workshops (für Schulklassen) wurden sehr gut beurteilt. In den Ergebnissen zeigt sich aber auch Entwicklungspotenzial: die Anreise per ÖPNV sollte attraktiver gestaltet werden, es werden Sonderausstellungen als thematische Vertiefung, mehr praktische Umsetzungstipp für den Alltag und zum Teil auch kooperative Aufgaben als soziales Aktivitätsangebot gewünscht. Obwohl es – Corona-bedingt – eine eher kleine Studie war, konnten wir sehr viele Themenfelder abdecken und statistisch auswerten, so dass nun ein von empirischen Daten untermauertes Fundament vorliegt, auf dem Managemententscheidungen für die Zukunft getroffen werden können. Daher haben wir mit der Studie genau das erreicht, was wir erreichen wollten: es ging nicht nur darum aufzuzeigen, was alles gut und vorbildlich läuft, sondern auch darum, Entwicklungspotenziale zu identifizieren und Maßnahmen vorzuschlagen, wie diese adressierst werden können. Nur so kann man aus Studienergebnissen für die Zukunft lernen und sich kontinuierlich verbessern. Ausführliche Details haben wir im Ergebnisbericht festgehalten.

Die KLIMA ARENA definiert sich als außerschulischer Lernort, bietet u.a. diverse Workshops und Mitmachaktionen für Schulklassen an, die von Ihnen und Ihren Studenten genauer unter die Lupe genommen wurden. Was sind hier die zentralen Erkenntnisse?

Die Workshops kommen bei den Lehrpersonen gut an und werden als Bereicherung erlebt. Das ist ein sehr positives Ergebnis. Es zeigt sich aber auch, dass sich die Lehrpersonen mehr Zeit für die Experimente und einen noch stärkeren Bezug zum Alltag wünschen. Desweiteren könnten auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit stärker fokussiert werden, da die ökologische Nachhaltigkeit oft überproportional bereits im schulischen Lehrplan vertreten ist. Dazu muss allerdings einschränkend gesagt werden, dass Corona-bedingt nur sehr wenig Lehrer und Lehrerinnen befragt werden konnten, diese Ergebnisse sind also eher als Tendenz zu verstehen. Daher sollte, wie auch die Besucherstudie, die Evaluation der Workshops fortgeführt werden, um auch Entwicklungen aufzeigen – und darauf reagieren – zu können.

 

Offenheit für Wandel und kritische Reflektion

KLIMA ARENA InnenausstellungAls interaktives Erlebnis-Zentrum möchte die KLIMA ARENA ihre Wirkung kontinuierlich verbessern. Was sind Ihre wichtigsten Empfehlungen an die Klimastiftung für Bürger als Träger, um ihre Wirkungslogik-Ziele noch besser zu erreichen?

Offenheit für Wandel und kritische Reflektion. Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich nicht auf dem bereits Erreichten auszuruhen, weil es ja soweit gut funktioniert. Themen, Bedürfnisse und gesellschaftliche Herausforderungen wandeln sich. Das erfordert auch entsprechende Anpassung. Durch Offenheit und kritische Reflektion können solche Veränderungen frühzeitig wahrgenommen werden, die KLIMA ARENA kann statt auf Veränderung zu reagieren aktiv agieren und damit eine Pionierrolle in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung einnehmen. Eine Atmosphäre, die Offenheit und kritische Reflektion zulässt, braucht aus meiner Erfahrung zwei Grundpfeiler: Erstens, sollten flache Hierarchien, ein konstruktiver, wertschätzender und ressourcenorientierter Umgang miteinander und Vertrauen ineinander (weiterhin) gelebt werden und zweitens sollte ein umwelt- und sozialwissenschaftlich fundiertes Monitoring etabliert werden, mit dem sowohl der aktuelle Zustand der Zielerreichung, das Funktionieren der angenommenen Wirkungslogik, und Veränderungsprozesse gemonitort und evaluiert werden. Sind diese beiden Voraussetzungen erfüllt, kann die Klimastiftung für Bürger bzw. die KLIMA ARENA aus meiner Sicht einen substantiellen und bedeutsamen Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Gesellschaft leisten.

Für den modernen Menschen geht es generell auch um Stressreduktion und Balance zwischen Privat-, Alltags- und Berufsleben. Gibt es denn nachhaltigen Urlaub bzw. nachhaltige Auszeit in klimaneutraler Umgebung?

Abschalten, Erholung und Freizeit sind sehr wichtig, um das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit aufrechtzuerhalten und zu fördern. Urlaub gehört sicher auch dazu, genau wie alltägliche Erholung. Das ist ja auch ein Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit, der nicht vergessen werden darf. Aber auch hier kommt es wie in allen anderen Lebensbereichen stark darauf an, wie ich mich verhalte und welche Entscheidungen ich treffe. Ich denke, hier sollten wir ganzheitlich denken und nicht zwischen beruflichem Alltag und Freizeit bzw. Urlaub trennen. Gestalte ich mein eigenes Leben nachhaltiger, indem ich beispielsweise auf kurze Wege, Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit, Funktionalität und soziale Gerechtigkeit achte, weil mir diese Werte wichtig sind, dann ändert sich das ja nicht, egal ob Ferien oder Alltag. Daher ist es auch so wichtig, die Nachhaltigkeitsziele nicht als „Verzicht auf Spaß“ zu kommunizieren, sondern eine positive Annäherungsmotivation zu schaffen, mit der ich Lust bekomme, diese Werte zu verinnerlichen. Und dann ist sicher auch ein zumindest klimafreundlicher Urlaub realistisch.

Haben Sie einen Lieblingsplatz?

(Lacht) Nein, nicht in dem Sinne, dass ich einen einzigen Ort oder Platz habe, der ungeschlagen mein Lieblingsort ist. Ich gehe sehr gerne wandern, jogge in der Natur, aber bin auch gerne in Cafés und erkunde Städte. Fast überall habe ich bisher Orte gefunden, die etwas Einzigartiges und Besonderes haben. Wenn ich irgendwo bin, versuche ich offen für das zu sein, was da ist – dann habe ich keine festgelegte Vorstellung, sondern kann mich an dem erfreuen und auf das einlassen, was sich ergibt. Ob etwas Potenzial dazu hat, zu einem Lieblingsort zu werden, hängt ja auch wieder davon ab, welche Erfahrungen ich dort mache und was ich persönlich damit verbinde.

 

Alles miteinander vernetzt wahrnehmen

KLIMA ARENA LuftaufnahmeSie haben Umweltpsychologie, Umweltkommunikation und Nachhaltigkeit in Ihrem professionellen Portfolio. Wie bringen Sie das in Einklang?

Dieses Portfolio ist nach und nach aus meinen Interessen gewachsen und geht für mich logisch jeweils auseinander hervor. Umweltpsychologie thematisiert die (oftmals komplexen) Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt und hilft zu verstehen, welchen Einfluss der Mensch auf die Umwelt hat, aber auch wie eine Umwelt auf uns Menschen wirkt. Und da kommt auch die Kommunikation ins Spiel: Kommunikation ist ja Informationsvermittlung zwischen Sender und Empfänger, also zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Umwelt und Mensch und genau genommen auch zwischen Umwelt und Umwelt – ganz im Sinne der bereits genannten Funktionskreismodelle. Je verständlicher und zielgruppenorientierter die Kommunikation gestaltet ist, desto besser können Informationen vermittelt werden. Dieses Weltsicht führt mich dann logisch zur Nachhaltigkeit: denn wenn ich alles als miteinander vernetzt wahrnehme, ich die Kommunikation meiner Umwelt und meiner Mitmenschen verstehe, dann gelingt mir auch der Perspektivwechsel, so dass ich bei meinen Entscheidungen und in meinem Verhalten soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit einfließen lassen kann.

Und welche Rückmeldung erhalten Sie zum Thema Klimaschutz von Ihren Studenten? Ist das Bewusstsein der heutigen Generation zu einem maßvollen Leben stark ausgeprägt?

Tatsächlich beschäftigen Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit immer größere Teile der Bevölkerung und insbesondere auch die jüngeren Generationen. Auch bei meinen Studierenden stelle ich fest, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden und sich die Studierenden auch dafür engagieren wollen. Das finde ich persönlich eine sehr gute Entwicklung. Andererseits ist es schwierig, so pauschal über eine oder gar mehrere Generationen zu sprechen – ich habe ja hauptsächlich mit den Studierenden zu tun, die sich freiwillig und aktiv für Nachhaltigkeitsthemen interessieren.

Text: Joachim Klaehn

 

Zur Person

Eike von Lindern (43 Jahre) studierte Psychologie mit den Schwerpunkten Umweltpsychologie und Gesundheitspsychologie sowie Landschaftsökologie an der Universität Oldenburg. Von Lindern ist Co-Gründer des Forschungs- und Kommunikationsbüros „Dialog N“ in Zürich und Vertretungsprofessor für Umwelt und Nachhaltigkeit an der Hochschule Darmstadt.