23. Juni 2021

Kurz-Interview Gerd Sauer, Filme für die Erde e.V.

„Filme für die Erde“: Natur- und Umweltschutz-Dokumentationen, die bewegen und inspirieren. Interview mit Gerd Sauer

 


Vom 2. bis 4. Juli widmet die KLIMA ARENA unserem Heimatplaneten ein Open-Air-Wochenende. Filme für die Erde e.V. ist einer der Kooperationspartner und eröffnet die Veranstaltung freitags mit der Vorführung des Dokumentarfilms „The Human Element“. Wir haben mit Gerd Sauer, Vorstandsmitglied des Vereins, gesprochen.


Herr Sauer, was ist „Filme für die Erde“ und welches Anliegen steckt dahinter?

Filme für die Erde ist das größte Streaming-Portal für Nachhaltigkeitsfilme, es ist eine in der Schweiz gegründete und von der UNESCO ausgezeichnete Nachhaltigkeits-Initiative. Wir geben mit bewegenden Dokus zu Ökologie, Natur und Umweltschutz Wissen weiter und stärken so das Bewusstsein für die Wichtigkeit von nachhaltigem Handeln. Unseren deutschen Verein Filme für die Erde e.V. gibt es seit drei Jahren. Wir alle arbeiten ehrenamtlich und unabhängig, ohne große Sponsoren. Wir finanzieren uns mit einer breiten Basis an Spender*innen aus den Aktivitäten oft zusammen mit lokalen Netzwerken.

Was genau tun Sie und ihre Mitstreiter*innen bei „Filme für die Erde“?

Wir kennen die besten Nachhaltigkeitsfilme aus der ganzen Welt und stellen sie  nach Themen geordnet und rezensiert Online auf der Webseite zur Verfügung. Wir beraten auch und helfen den passenden Film zu einem gewünschten Thema zu finden. Einmal im Jahr veranstalten wir ein großes Film-Festival, darüber hinaus organisieren wir „Pop-up-Kino“-Tage, bei denen Mitveranstalter*innen eine ausgewählte Dokumentation bei sich vor Ort kostenfrei vorführen dürfen.

Das müssen Sie uns näher erläutern, kann denn jede*r die ausgewählten Dokumentarfilme vorführen?

Im Prinzip schon, ja. Wir suchen immer Interessierte, die sich uns anschließen und sich dafür einsetzen, die Dokumentarfilme vor Publikum zu bringen. Netzwerke, Vereine oder Gemeinden und Städte, die Nachhaltigkeitsfilme zeigen oder sogar ein Film-Festival mit unseren Dokus ausrichten möchten, können sich bei uns melden. Unser Verein hat teilweise Filmrechte, stellt die Dokumentationen kostenfrei zur Verfügung und wir kümmern uns sogar um Muster-Werbemittel wie Plakate für die örtlichen Veranstalter. Diese tragen das Ganze mittels Spenden mit.

Wer kuratiert die Auswahl an Dokumentationen bei „Filme für die Erde“?

Unsere Jury besteht aus Menschen, die sich leidenschaftlich für Dokumentationen zu Ökologie, Umwelt- und Naturschutz interessieren und sich seit vielen Jahren damit beschäftigen. Sie bestücken unsere Filmdatenbank und verfassen die Kritiken in unserem Magazin. Wie gut das Know-how der Jury ist, zeigt beispielsweise, dass wir auf unserem Festival zwei Jahre hintereinander die jeweils später oskarprämierten Dokumentationen „Honeyland“/„Land des Honigs“ und „My Octopus Teacher“/„Mein Lehrer, der Krake“, vorgeführt haben – als Filmstart in Deutschland bzw. Europa.

Anlässlich unseres Open-Air-Wochenendes zeigen Sie den Film „The Human Element“. Warum haben Sie sich im Verein für diese Dokumentation entschieden?

Ihre Veranstaltung ist ja der Erde als unserem Heimatplaneten gewidmet. Da passte die Dokumentation „The Human Element“ genau, sie trägt den aussagekräftigen Untertitel „We are a Force of Nature. As We Change The Elements, The Elements Change Us.“ (Wir sind eine Naturgewalt. Wenn wir die Elemente verändern, dann verändern die Elemente uns). Es ist ein Film des bekannten Fotografen James Balog, der selbst sehr engagiert ist. Mit seiner Kamera hält er die klassischen Naturgewalten – beziehungsweise Elemente – Erde, Luft, Wasser und Feuer fest und untersucht dabei den Einfluss des „fünften Elements“, dem des Menschen auf unsere Erde. Denn in unserem Zeitalter des Anthropozän ist der Mensch ein entscheidender Faktor. Im geologischen Maßstab ist unser Zeitalter zwar extrem kurz, aber stellen Sie sich mal vor: In den letzten Jahren ist mehr Erde vom Menschen durch künstliche Bauten bewegt worden als durch Wasser und Wind.

Balogs Film stellt uns die Frage „Was ist Natur für uns?“ Gefolgt von der einfachen Feststellung, die uns leider oftmals nicht mehr präsent ist; dass wir TEIL DER NATUR sind und jede Änderung in der Natur direkte Auswirkungen auf uns hat. Das heißt aber auch: Wir können gestalten! Balog zeigt, wir können und müssen unser Verhalten ändern, wenn wir die Erde erhalten wollen. Es sind Bilder, die das Publikum bewegen, aber auch direkt Möglichkeiten aufweisen, was jede*r selbst tun kann.

Was hat Sie persönlich dazu veranlasst sich bei „Filme für die Erde“ ehrenamtlich zu engagieren?

Ich hatte schon länger den Vorsatz, mich für die Jugend zu engagieren und das wollte das am liebsten mit dem Thema der Nachhaltigkeit verbinden. Durch Zufall hörte ich auf einer Vernissage die Rede eines Gründers von „Films for the Earth“, Kai Pulver. Ich schätze Bilder und ihre Kraft sehr Menschen zu bewegen. Die Idee, mit auserlesenen Dokumentarfilmen Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen überzeugte mich. Ich sehe darin eine Chance, etwas an Menschen, va. die Jugend zu vermitteln. Ich freu mich daher mit der Kooperation hier in Sinsheim vielleicht ganz viele Menschen bewegen zu können.

Herzlichen Dank Herr Sauer für dieses Gespräch und die Kooperation für unser Open-Air-Wochenende! Wir freuen uns auf die Filmvorführung von James Balogs „The Human Element“ am Freitag, den 2. Juli 2021 um 20:30 Uhr.

 

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