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5. November 2019 | News, Stiftung

„Es ist höchste Zeit zu handeln“ – Dietmar Hopp im Interview

Der Initiator der KLIMA ARENA Dietmar Hopp im Interview

Dietmar Hopp hat den Bau der KLIMA ARENA initiiert. Im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung, RNZ-Sonderbeilage vom 11. Oktober 2019, spricht der Stifter über seine Motive zum Bau dieses Erlebnisortes, den Standort Sinsheim, die „Fridays for Future“-Bewegung und Greta Thunberg sowie die technischen  Möglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel.

Herr Hopp, Sie sind der Initiator der KLIMA ARENA, Ihre Stiftung hat den Bau ermöglicht. Was haben Sie empfunden, als Sie das Haus erstmals fertig gestellt gesehen und eine Führung bekommen haben?

Ich war begeistert, regelrecht überwältigt. Selbst wenn ich regelmäßig Informationen über den Stand des Baufortschritts bekommen habe, war es großartig, die KLIMA ARENA dann im Betrieb zu erleben. Man kann sich dort einen halben Tag lang aufhalten und hat noch nicht alles erfasst, was sie zu bieten hat. Ich finde sie gelungen und noch viel besser, als ich sie mir vorstellen konnte. Ich danke allen, die die KLIMA ARENA mit viel Leidenschaft möglich gemacht haben. Und ich freue mich, dass der Terminplan exakt eingehalten wurde – das ist keine Selbstverständlichkeit!

Warum steht die KLIMA ARENA in Sinsheim?

Der Standort ist sehr bewusst gewählt worden. Ich habe vor rund sechs Jahren die Anregung eines Experten aus unserer Region aufgegriffen, der den Vorschlag unterbreitet hatte, eine Institution zu schaffen, die die Bedrohung des Klimawandels anschaulich darstellen sollte. Diese Idee hat mich überzeugt, denn es war schon damals klar, dass der Klimawandel immer bedrohlichere Ausmaße annehmen würde. Dann habe ich mit der Suche nach einem Standort begonnen und wir konnten eine, wie ich finde, ideale Lage finden. Ich möchte ausdrücklich der Familie Layher danken, dass sie uns dieses Grundstück zur Verfügung gestellt und damit diese Arena ermöglicht hat.
Nun fügt sich die KLIMA ARENA, in Sicht- und Laufweite neben dem Stadion der TSG Hoffenheim und der Badewelt, wunderbar ein. Zusammen mit dem Auto- und Technik-Museum und dem Museum für Fördertechnik auf der gegenüberliegenden Seite der A 6 ist ein richtiger Erlebniscampus Sinsheim entstanden. Das finde ich auch als Einwohner dieser Region einfach wunderbar.

Welchen Antrieb hatten Sie, das Projekt KLIMA ARENA zu fördern?

Als die KLIMA ARENA geplant wurde, konnte niemand ahnen, dass sich die gesellschaftliche Debatte weltweit in einer solchen Geschwindigkeit derart zuspitzen würde. Das zeigt aber auch, dass wir keinem Trend hinterhergelaufen sind. Wir wissen doch alle schon seit mehr als 20 Jahren, dass sich die Erde erwärmt, die Meeresspiegel steigen und die Pole schmelzen. Niemand bleibt von den Folgen des Klimawandels verschont – und ich glaube auch, dass viele Menschen das begriffen haben. Natürlich kommt bei mir eine zutiefst persönliche Komponente hinzu. Ich dachte an meine Enkel und fragte mich: ‚In welcher Welt werden sie einmal leben?‘

Die Jugendbewegung „Fridays for Future“ hat viel dazu beigetragen, dass das Thema des Klimawandels stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Was halten Sie persönlich von „Fridays for Future“?

Diese Bewegung war und ist sehr wichtig, denn sie hat nicht zuletzt auch viele Erwachsene überzeugt. Durch das Engagement der jungen Leute ist das Thema auf die Agenda der Politik gelangt, die viel zu lange passiv war. Ich denke, dass es nun auch wichtig ist, dass sich die Bewegung weiterentwickelt und ihre Proteste auf eine neue Stufe bringt. Diejenigen, die noch immer den Klimawandel nicht wahrhaben wollen, werden auch weitere Freitagsdemonstrationen nicht überzeugen. Der Unterrichtsausfall, der zu Lasten der Kinder geht, darf nicht unterschätzt werden. Bildung ist zu wichtig, um sie zu vernachlässigen.

Greta Thunberg hat „Fridays for Future“ ein Gesicht gegeben. Was halten Sie von ihrem Engagement und ihren Auftritten?

Sie ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die entscheidend dazu beigetragen hat, dass der zerstörerische Klimawandel ins Bewusstsein gerückt wurde. Aber als ich sie im Fernsehen bei ihrer Segeltour über den Atlantik, in New York und schließlich vor den Vereinten Nationen gesehen habe, hat sie mir auch leidgetan. Was muten Eltern und ihr Umfeld dem Mädchen alles zu?

Wen soll die KLIMA ARENA Ihrer Meinung nach besonders ansprechen?

Die KLIMA ARENA richtet sich an alle Bevölkerungsschichten, jeden Alters. Sie ist gedacht für Erwachsene und Kinder, wobei sie ein interaktiver Lernort für Schüler sein wird. Impulse, die wir uns unter anderem wünschen, sind die Sensibilisierung für viele Kleinigkeiten im Alltag, die in Summe schon bedeutsam werden, wenn alle mitmachen. Und es wäre toll, wenn die Schüler freitags, nach der Schule, die KLIMA ARENA besuchen würden. Kinder sind nun mal die besten Botschafter.

Glauben Sie, dass das Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, zu erreichen ist?

Ich weiß es nicht. Das können ja selbst viele Experten nicht exakt einschätzen. Es ist auf jeden Fall allerhöchste Zeit zu handeln. Und ich bin überzeugt davon, dass wir viel mehr tun können – und zwar alle, die Politik ebenso wie die Wissenschaft und die Unternehmen. Die Technik bietet viel mehr Möglichkeiten, als wir sie heute nutzen, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Eine konsequente Förderung des Wasserstoffantriebs ist zum Beispiel seit 20 Jahren überfällig. Wobei es ja nicht nur um den Klimawandel geht, sondern insgesamt um den Schutz der Umwelt und die Schonung der Ressourcen.

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